Frasdorfer Höhlenmuseum |
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Seit 1. Mai 1997 gibt es im Chiemgauort Frasdorf ein kleines Museum, in dem die Besonderheiten des Karstgebietes "Laubenstein" mit seinen ober- und unterirdischen Karsterscheinungen behandelt werden. Dieses eng begrenzte, weitgehend unbekannte Karstgebiet zwischen Hochries, Riesenberg, Heuraffelkopf, Zellerhorn und Laubenstein in den westlichen Chiemgauer Alpen weist eine Vielzahl von Karstformen, wie Dolinen, Ponore, Karrenfelder, einen großen Einbruchkessel (Grubalm-Polje) sowie zahlreiche Höhlen auf. Einige dieser Höhlen sind so groß, dass sie begehbar sind - allerdings nur von erfahrenen Höhlenforschern. Die "Schätze", die in diesen Höhlen, in engen Kaminen, riesigen Hallen oder unterirdischen Seen verborgen sind, wie Tropfsteine, Sinterbildungen, großartige Farbspiele, aber auch Knochenfunde werden im Museum teils durch Farbfotos, teils in natura gezeigt und durch ausführliche Texttafeln erläutert. Auch die Geologie, die oberirdischen Karstformen, die Fauna der Höhlen, der Höhlenschutz, die Höhlenrettung, die Geschichte der Erforschung dieser Höhlen sowie Naturschutz und Almwirtschaft im Laubensteingebiet werden eingehend behandelt. Natürlich fehlen auch nicht Pläne und Modelle der bedeutenderen Höhlen. Die besondere Attraktion der Ausstellung ist eine nachgebildete "Höhle", die u. a. den 1933 entdeckten Braunbärenschädel mit einem Alter von 11000 Jahren zeigt. Dieser Bärenschädel (auch Becken- und Wirbelknochen sind vorhanden) wurde vom Paläonthologischen Institut in München untersucht und konserviert. Im Naturkundemuseum in Siegsdorf ist ein Abguss davon ausgestellt. Es ist erstaunlich, wie der Bär, der den Kallusbildungen zufolge mehrere Verletzungen aufwies, so tief über verschiedene "Handicaps" in die "Schlüssellochhöhle" vordringen konnte. Dass der Schädel 60 Jahre nach seinem Fund nach Frasdorf zurückgefunden hat, ist mehreren Zufällen zu verdanken. Als Finder gilt Ernst Göser aus Aschau, der mit mehreren gleichgesinnten bereits in den Dreißiger-Jahren mit primitivster Ausrüstung in die beiden großen Höhlen ("Spielberg-" und "Schlüssellochhöhle") eingefahren ist. Man nahm den Schädel mit und zeigte ihn dem damals in Hohenaschau ansässigen Erlanger Mineralogen und Geologen Professor Lenk, der ihn aufbewahrte. Schließlich kam der Schädel zur Familie des Aschauer Wagnermeisters Otto Göser. Im Hause Göser wurden die Knochen in einer Schachtel auf dem Dachboden verwahrt, in Holzwolle eingewickelt und von Zeit zu Zeit heruntergeholt, um sie einem Besucher zu zeigen. Als den Bärenschädel eines Tages ein Schullehrer, der Ende der 40er-Jahre bei Gösers wohnte, mit in die Schule nahm (und nicht mehr zurückbrachte), begann man den Höhlenfund aus den Augen zu verlieren. Durch Zufall erfuhr man Jahrzehnte später, dass sich im Lehrmittelraum des Ludwig-Thoma-Gymnasium zu Prien ein Bärenschädel befinde. Es handelte sich um den "Laubenstein-Bär", der, wie sich bei den anschließenden wissenschaftlichen Untersuchungen in München herausstellte, vor 11000 Jahren, also in der Zeit unmittelbar nach dem Abschmelzen des letzten Eises der Würmeiszeit gelebt hatte. Im Zusammenhang mit den Bemühungen des Siegsdorfer Naturkundemuseums, den Bärenschädel zu bekommen, begann man auch in Frasdorf, Ansprüche anzumelden. Der Frasdorfer Heimat- und Kulturverein, der sich seit seiner Gründung 1990 intensiv für die Errichtung eines Höhlenmuseums eingesetzt hat, erreichte schließlich mit Unterstützung des Rosenheimer Landratsamtes und der Familie Göser aus Aschau, dass der Originalschädel Frasdorf zugesprochen wurden, nachdem hier schon jahrzehntelang am Aufbau einer karst- und höhlenkundlichen Ausstellung gearbeitet worden war. Der Aschauer Jagdschriftsteller Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett schildert übrigens in seinem Buch "Spiel der Lichter und Schatten" das Auffinden der Bärenknochen auf sehr humorvolle Weise. |
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Das Höhlenmuseum in Bildern
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